DA’BIOLUPI im BIO AUSTRIA Magazin
DA’BIOLUPI ist der erste BIO AUSTRIA Lupinenkaffee Österreichs. Dieses Prädikat erhielt er, weil seine Herkunft zu 100% aus Österreich ist und er der erste seiner Art war. Neben der klassischen Bio-Zertifizierung öffnete er uns die Tür zu diesem heimischen Bioverband.


Bio-Kaffee aus Österreich - gibt's den wirklich?
Eines vorweg, ja es gibt ihn – nicht den klassischen Kaffee – aber eine wirklich gute nachhaltige Alternative. Kaffeeersatzprodukte wie Lupinenkaffee oder Getreidekaffee gibt es schon sehr lange. Früher waren diese kaffeeähnlichen Getränke eher unter der ärmeren Bevölkerungsschicht beliebt. Nun erlebt der Lupinenkaffee wieder eine kleine Renaissance. Er stellt bei Koffeinunverträglichkeit und einem umweltbewussten Lebensstil eine tolle Alternative dar. Petra Leitner vom DUNKELSTEINER Rösthaus aus Hafnerbach in Niederösterreich gibt uns im Interview mit BioLife Einblicke in Ihre Bio-Rösterei, wo DA’BIOLUPI® aus besten Bio-Lupinen aus dem Waldviertel entsteht.
Kaffee ist nicht gleich Kaffee. Lupinenkaffee sieht aus wie Kaffee und kommt auch geschmacklich sehr nahe dran. Wo liegen die großen Unterschiede zum klassischen Kaffee?
Kaffeebohnen wachsen rund um den Äquator auf Sträuchern. Lupinen dagegen gehören zu den Hülsenfrüchten und können auch in unseren Breiten herangezogen werden. Hier ist schon der erste große Unterschied. Die Transportwege sind kurz und somit landet der Bio-Lupinenkaffee ohne große Umwege in unserer Tasse. Das zweite wesentliche Merkmal ist auch die Koffeinfreiheit, wodurch der Lupinenkaffee leichter verdaulich ist und somit auch verträglicher für unseren Verdauungstrakt.
Eure Bio-Lupinen kommen somit ausschließlich aus Österreich, warum war dies für dich besonders wichtig?
Regionalität und die biologische Landwirtschaft sind für uns sehr wesentliche Aspekte – auch in Hinblick auf die Qualität der Produkte. Bio ist für mich und meine Familie eine Lebenseinstellung und untrennbar mit Regionalität verbunden. Daher beziehen wir unsere Bio-Lupinen direkt vom Biohof Linsbauer aus Langau und vom Biohof Lirnberger aus Irnfritz-Messern. Beides niederösterreichische BIO AUSTRIA Betriebe aus dem Waldviertel und somit unter zwei Autostunden von der Rösterei entfernt – das bedeutet für mich Regionalität.
Vor allem bei der Produktion der Kaffee- und „Lupinenbohnen“ gibt es gravierende Unterschiede in Punkto Nachhaltigkeit. Wir haben bei den Bio-Lupinenbauern nachgefragt:
Die Lupine besitzt von Haus aus einen sehr hohen Eiweißgehalt, welcher auch nach der Röstung noch erhalten bleibt. Lupinen zählen zu den Leguminosen und haben somit die Eigenschaft, Nährstoffe aus der Luft zu binden und diese für die Folgekultur im Boden zu speichern. Durch ihr tiefreichendes Wurzelsystem, ist sie auch unempfindlicher gegen Sommertrockenheit – somit auch bestens gerüstet für Klimaveränderungen. In Verbindung mit der biologischen Bewirtschaftung hat der Lupinenanbau somit positive Auswirkungen auf den Boden, das Bodenleben, die Folgekultur und die Biodiversität am Feld. Somit schneidet der Bio-Lupinenkaffee in Punkto Nachhaltigkeit wesentlich besser ab als der klassische Kaffee. Geerntet wird die Lupine mittels Mähdrescher. Anschließend, je nach Feuchtigkeit, wird die Frucht nur mehr getrocknet und gereinigt. Danach landet sie auch schon bei Petra in Hafnerbach in der Rösterei – der Bio-Lupinenkaffee kann entstehen.
Die Röstung ist ein wesentlicher Bestandteil bei der Entwicklung unterschiedlicher Geschmacksnoten – wie läuft die Röstung bei Lupinenkaffee ab?
Sehr ähnlich wie bei der klassischen Kaffeeröstung. Nach der Ernte werden die Bio-Lupinen nochmals händisch selektiert und dann ab in den Röster. Die Röstdauer der Lupinen unterscheidet sich ein wenig, da sie ein bisschen mehr Zeit benötigen, um auch einen vollmundigen Geschmack zu entwickeln. Anfangs wurden die ersten Probechargen ein wenig zu dunkel – man sieht nämlich das Innere der Lupinen nicht, da sie mit der Schale geröstet werden – alles ein wenig eine Übungssache. Die vorhandene Schale ist auch der wesentliche Grund, warum der Bio-Lupinenkaffee auch nur gemahlen angeboten wird. Viele hauseigene Mühlen würden möglicherweise an der Härte der Schale Schaden nehmen.
Damit ihr euren Kaffee, egal ob Lupinen- oder klassischen Kaffee, mit dem EU-Bio-Logo und dem BIO AUSTRIA Logo kennzeichnen dürft, müsst ihr eine gültige Bio-Zertifizierung besitzen. Wie siehst du die jährliche Bio-Kontrolle?
Anfangs war ich ein wenig skeptisch – noch eine zusätzliche Kontrolle – was kommt wirklich auf mich zu? Steht der Zeitaufwand auch wirklich dafür? Nun bin ich froh, diesen Schritt gemacht zu haben, da es erst dadurch eine unabhängige Transparenz und Sicherheit gibt. Man weiß damit, dass die Bio-Qualität gesichert ist und ich mich sowohl als ProduzentIn als auch KonsumentIn darauf verlassen kann. Großartig ist auch, dass auf jedem Bio- Produkt durch die Herkunftsangabe sofort ersichtlich ist, aus welcher Region die Rohstoffe stammen. Durch den Zusatz „Österreichische Landwirtschaft“ sowie dem BIO AUSTRIA Logo auf unserem Lupinenkaffee, wird somit auch bestätigt, dass es sich um einen waschechten österreichischen Kaffee handelt – somit ja, es gibt ihn, den österreichischen (Lupinen)-Kaffee! Das BIO AUSTRIA Logo zeigt zusätzlich, dass unsere Lieferanten über den gesetzlichen Anforderungen der EU-Bio-Verordnung ihre Lupinen anbauen. Diese BIO AUSTRIA Qualität wird entlang der ganzen Wertschöpfungskette auch bei er unabhängigen Bio-Kontrolle jährlich mitgeprüft. Bio, regional & sicher, das ist der BIO AUSTRIA Lupinenkaffee allemal.
Was möchtest du den „klassischen“ KaffeetrinkerInnen noch mit auf den Weg geben?
Wenn man auf Nachhaltigkeit, also die CO2 Bilanz, den Wasserverbrauch, die Bodengesundheit und soziale Aspekte Wert legt, dann ist der Bio-Lupinenkaffee aus Österreich mit Sicherheit eine ausgezeichnete Alternative. Ab und zu ein klassischer Kaffee ist aber trotzdem erlaubt (schmunzelt Petra). Wenn, dann aber Bio – logisch!
(QUELLE: BIOLIFE - Jahresmagazin 2022)